Methodik

Anwendungsbereich

BioValuesTM dient im Sinne des ökologischen Ausgleichs im Siedlungsgebiet gemäss NHG (Art. 18b, Abs. 2) dazu, den Anteil und die Qualität ökologisch wertvoller Flächen im Siedlungsgebiet insgesamt zu erhöhen und deren Vernetzung zu verbessern. Die Methodik eignet sich nicht, um den Ersatz von Eingriffen in bereits schutzwürdige Lebensräume gemäss NHG ( Art. 18 Abs. 1) festzulegen. 

Beschrieb

Die BioValuesTM-Methodik wurde gemeinsam mit Fachpersonen aus Privatwirtschaft, Wissenschaft, NGOs und der öffentlichen Hand entwickelt. Sie beruht auf acht wissenschaftlich basierten Indikatoren, die die wichtigsten Aspekte der Biodiversität auf einer Liegenschaft abbilden. 

Für jeden Indikator wurden messbare Kriterien festgelegt, die in Muss- und Kann-Kriterien unterteilt sind. Muss-Kriterien definieren Minimalanforderungen, die bei jeder Liegenschaft erfüllt sein sollten. Kann-Kriterien beschreiben zusätzliche Anforderungen, die nicht überall realisierbar sind.

Für die Gewichtung der einzelnen Indikatoren und Kriterien wurde ein Punktesystem entwickelt, angelehnt an das System der deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB (2018). Je besser eine Liegenschaft die Indikatoren und Kriterien erfüllt, desto mehr Punkte kann sie erzielen. So lässt sich ein Gesamtwert, der sogenannte «BioValue», berechnen. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Anforderungen an eine biodiversitätsfördernde Gestaltung erfüllt sind.

Validierung

BioValuesTM wurde gemeinsam mit der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) geprüft. Dabei wurden 74 Planungsprojekte und 51 Bestandsliegenschaften von über 30 Pilotpartner:innen bewertet. Die Validierung zeigt, dass die Methode funktioniert: die acht Indikatoren ergänzen sich gut und sind praxisnah. Die Resultate zur Methodenvalidierung für Planungsprojekte und für Bestandsliegenschaften sind in Form eines technischen Berichts veröffentlicht.

Von der Planung zum Bestand

Die Methodik von BioValuesTM kann sowohl für Planungsprojekte als auch Bestandsliegenschaften eingesetzt werden. Somit können Liegenschaften von der frühen Planungsphase bis zum Betrieb erfasst und bewertet werden. Da sich die Bedingungen für die Biodiversitätsförderung im Verlaufe des Lebenszyklus einer Liegenschaft ändern, sind die Indikatoren und Kriterien für die jeweilige Phase optimiert worden.