BioValues-Indikatoren

Indikatoren

1 - Biotopflächenfaktor

260521 Bio Values 1 FR Biotopflaechenfaktor

Der Biotopflächenfaktor BFF beschreibt, wie gross der Anteil der Flächen ist, die ökologisch wirksam sind, also z.B. unversiegelt, bepflanzt oder begrünt sind (sog. naturhaushaltswirksame Flächen). Je höher der Wert ist, desto besser für Natur und Umwelt. Ökologisch wirksame Flächen erhöhen die Verfügbarkeit von Lebensraum für Tiere und Pflanzen, tragen zur Verbesserung des Mikroklimas sowie der Lufthygiene bei und sichern Bodenfunktionen und die Leistungsfähigkeit des Wasserhaushalts.

2 - Grundlagen Biodiversitätsförderung

260521 Bio Values 2 Grundlagen Biodiversitaetsfoerderung

Es braucht konkrete ökologische Grundlagen, um das Potenzial einer Liegenschaft für die Naturförderung einzuschätzen und Massnahmen für mehr Biodiversität umzusetzen. Wichtig ist, die Vorkommen ökologisch wertvoller Lebensräume in der Umgebung und bestimmter Tierarten auf der Liegenschaft zu kennen. Zudem sollten stark befahrene Strassen und Bahnlinien erfasst werden, weil diese gewisse Tiere daran hindern, neue Lebensräume zu besiedeln.

3 - Lebensraum- und Strukturvielfalt

260521 Bio Values 3 Struktur und Lebensraumvielfalt

Damit Tiere überleben und sich fortpflanzen können, brauchen sie verschiedene Ressourcen: Nahrung, Verstecke, Nistplätze – oft an unterschiedlichen Orten. Je vielfältiger die Lebensräume und Strukturen auf einer Fläche sind (z. B. Wiesen, Hecken, Bäume), desto mehr Tier- und Pflanzenarten kommen vor.

4 - Erhalt Naturwerte

260521 Bio Values 4 Erhalt von Naturwerten

Der Erhalt bestehender Naturwerte schafft Kontinuität für die dort vorkommenden Lebewesen. Die Entwicklung von Lebensräumen braucht Zeit, daher sind bestehende Lebensräume von besonderem Wert für die Biodiversität einer Liegenschaft. Besonders wertvoll sind einheimische, alte Bäume. Sie bieten vielen Pflanzen, Tieren, Pilzen und anderen Lebewesen einen Lebensraum. Gleichzeitig spenden grosse, alte Bäume Schatten, kühlen die Umgebung und machen die Siedlung lebenswerter für uns Menschen.

5 - Tierfreundliche Bauweise und Lebensraumvernetzung

260521 Bio Values 5 Lebensraumvernetzung

Im Siedlungsraum lauern viele Gefahren auf Tiere. Dazu zählen etwa Glasflächen, mit denen Vögel kollidieren und Schächte, die für Igel und Frösche zu Fallen werden. Hinzu kommt, dass Mauern, Zäune und Absätze für Kleintiere unüberwindbare Barrieren sind, die sie von lebenswichtigen Ressourcen wie Nahrung und Überwinterungsplätze trennen. All dies muss vermieden werden, um die Lebensraumvernetzung und Durchlässigkeit für verschiedene Wildtiere zu sichern.

6 - Vegetation

250716 Bio Values 6 Bepflanzung

Eine hohe Biodiversität lässt sich erreichen, indem einheimische und standortgerechte Pflanzen gefördert werden. Diese sind an den Standort angepasst und widerstandsfähig. Zudem bieten sie zahlreichen Tieren Nahrung, z.B. Pollen, Nektar, Beeren. Auf gebietsfremde Pflanzenarten sollte wenn immer möglich verzichtet werden. Einige wenige dieser Arten, sogenannte invasive gebietsfremde Pflanzenarten, breiten sich rasch und massiv aus und verdrängen die einheimischen Pflanzen. Sie müssen deshalb bei der Pflege bekämpft werden.

7 - Pflege

250716 Bio Values 7 Erstellungs und Unterhaltspflege

Eine naturnahe und fachgerechte Pflege ist entscheidend, damit Grünflächen ökologisch wertvoll werden und es auch bleiben. Denn viele Lebensräume entwickeln sich erst über mehrere Jahre. Gute Pflege sorgt auch dafür, dass die Flächen schön aussehen. Damit alles gut funktioniert, braucht es ein Pflegekonzept mit Pflegeplan für die ersten Jahre nach der Fertigstellung und für den späteren Unterhalt. Um die Pflege sicherzustellen, braucht es einen Vertrag der klar regelt, wer für welche Aufgaben zuständig ist.

8 - Naturerlebnis und Aufenthaltsqualität

260521 Bio Values 8 Naturerlebnis und Interaktion

Wenn Menschen Natur direkt vor der Haustür erleben können, fühlen sie sich wohler, gesünder und halten sich lieber draussen auf. Das hilft auch dabei, dass mehr Leute Biodiversität im Siedlungsraum unterstützen. Wichtig dafür sind vielfältige Grünräume, in denen man die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen kann – sehen, hören, riechen, fühlen.

Gewichtung

Themenfelder

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Die BioValues-Indikatoren sind drei Themenfeldern zugeordnet: 1) Fläche für Biodiversität, 2) ökologische Qualität der Flächen und 3) soziokulturelle Qualität der Aussenräume.

Die Themenfelder sind folgendermassen gewichtet:

  1. Fläche: 30%
  2. Ökologische Qualität: 60%
  3. Soziokulturelle Qualität: 10%

Die Gewichtung erfolgt durch die Punktezahl für die Minimalanforderungen sowie die maximal mögliche Punktezahl, die bei jedem Indikator erreicht werden kann.

1 - Biotopflächenfaktor

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Bestandsliegenschaft und Planungsprojekt

Das Erreichen der Minimalanforderung ergibt 90 Punkte, maximal möglich: 135 Punkte

2 - Grundlagen Biodiversitätsförderung

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Bestandsliegenschaft

  • Naturwerte in der Umgebung
  • Strassen und Bahnlinien in der Umgebung
  • Naturschutzobjekte in der Umgebung
  • Vorkommen gebäudebewohnende Tierarten

Maximal möglich: 45 Punkte


Planungsprojekt

  • Naturwerte im Projektperimeter
  • Naturwerte in der Umgebung
  • Grundlagen zu Naturwerten
  • Fachliche Prüfung
  • Inventare zu Flora und Fauna
  • Schutz und Förderung seltener und gefährdeter Arten

Maximal möglich: 45 Punkte

3 - Lebensraum- und Strukturvielfalt

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Bestandsliegenschaft

  • Anzahl Bäume
  • Anzahl ökologisch wertvolle Lebensräume
  • Anzahl ökologisch wertvolle Strukturen

Maximal möglich: 90 Punkte


Planungsprojekt

  • Anzahl Bäume auf nicht unterbauten Flächen
  • Anzahl Bäume auf unterbauten Flächen
  • Anzahl ökologisch wertvolle Lebensräume
  • Anzahl ökologisch wertvolle Strukturen

Maximal möglich: 90 Punkte

4 - Erhalt Naturwerte

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Bestandsliegenschaft und Planungsprojekt

  1. Mittelgrosse und grosse Bäume
  2. Blumenwiesen auf gewachsenem Boden
  3. Wildhecken aus einheimischen Sträuchern
  4. Teiche und Tümpel
  5. Fliessgewässer

Maximal möglich: 25 Punkte

5 - Tierfreundliche Bauweise und Lebensraumvernetzung

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Bestandsliegenschaft und Planungsprojekt

  1. Tierfallen
  2. Für Vögel gefährliche Glasflächen
  3. Lichtverschmutzung
  4. Lebensraumvernetzung

Maximal möglich: 45 Punkte

6 - Vegetation

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Bestandsliegenschaft

  1. Invasive gebietsfremde Pflanzenarten
  2. Standortgerechte Bepflanzung
  3. Einheimische Hecken und Sträucher
  4. Artenvielfalt von Hecken und Sträuchern

Maximal möglich: 45 Punkte

Planungsprojekt

  1. Invasive gebietsfremde Pflanzenarten
  2. Standortgerechte Bepflanzung
  3. Bestäuberfreudliche Bepflanzung
  4. Einheimische regionaltypische Wildpflanzen

Maximal möglich: 45 Punkte

7 - Pflege

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Bestandsliegenschaft

  1. Pflegekonzept
  2. Unterhaltspflege-Vertrag
  3. Pflegeplan

Maximal möglich: 45 Punkte

Planungsprojekt

  1. Erstellungspflege-Vertrag
  2. Unterhaltspflege-Vertrag
  3. Pflegeplan

Maximal möglich: 45 Punkte

8 - Naturerlebnis und Aufenthaltsqualität

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Bestandsliegenschaft und Planungsprojekt

  1. Sinnliche Naturerlebnisse
  2. Soziale Interaktion
  3. Aufenthaltsqualität, Gesundheit und Bewegung

Maximal möglich: 45 Punkte

Detailbeschrieb Methodik (registierungspflichtig)

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